Wertholz/Submission

Ergebnisse der Laubwertholzsubmission und der Nadelwertholzversteigerung 2020

Ergebnisse Laubwertholzsubmission 2020

Ergebnisse Nadelwertholzversteigerung 2020

Die entsprechenden Presseinformationen sowie detaillierten Ergebnisse finden Sie auf der Internetseite der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberfranken w.V. 

 

Nadelstarkholz - stark bezahlt

Diagramm Nadelwertholz final

Preisentwicklung im Nadelwertholz der letzten 10 Jahre, Bildquelle: Matthias Kraft

Ja, die Botschaften bleiben trist. Kein Zeitungsartikel, kein WBV-Infobrief ohne Klage über das schwache Preisniveau der Massensortimente im Nadelholz. Inzwischen gewohntes Bild: Solide Preise im stärkeren Laubholz (v.a. Eiche) und erfreulich robuste Erlöse im schlechten Laub-Industrieholz bzw. Brennholzbereich. Trotz Überangeboten im Schadholz! Aber sind bei dieser Marktlage wirklich alle Nadelhölzer zu schade, um genutzt zu werden? Alle unter Wert verkauft? Nein!

Wie auch bei anderen Gütern wird Nadelholz nach seiner bestmöglichen Verwertung sortiert. Man vergisst im allseitigen Klagelied allzu schnell, dass starke, astfreie und gesunde Nadelhölzer weiterhin einer Spitzenverwendung zugeführt werden. Keine importierte und keine heimische Käferfichte kann gutes Blochholz ersetzen! Dieses Sortiment ist und bleibt mit kurzen Wegen und spezialisierten Sägern unbeeinträchtigt von den Auswirkungen der Käferholzschwemme. Verarbeitet zu formstabilen Rahmen und attraktiven Sichtholz-Elementen ist Nadelwertholz preislich seit Jahren verlässlich gut bezahlt und ein solides Geschäft für die Waldbesitzer.

Privatwaldkiefer NadelwertholzEine der stärksten Privatwald-Kiefern im Landkreis Forchheim (82cm Brusthöhendurchm.) -abgestorben d. Trockenheit u. Hallimasch 2015, Bildquelle: Daniel Schenk

Ist möglicherweise gerade diese Verlässlichkeit im Absatz, die sichtbare Vitalität der stolzen Baumriesen und damit die vielleicht sinnbildlichste "Sparkasse Wald" ein Problem in der Praxis? In meinen Beratungen und Käferkontrollen begegnen mir leider immer mehr Borkenkäferstämme und Trockenheitsopfer mit Durchmessern von 60 cm und mehr. Zuletzt über 100 Kubikmeter bei einem Besitzer allein. Die mühsamen Arbeiten und der Zeitdruck gegen den Käferausflug sind für sich genommen schon schwere Belastungen. Der wahre Schaden liegt aber in der Entwertung des Fichten- und Lärchenstarkholzes.

Denn es gilt: Selbst D-Qualität muss noch "frisches Holz" sein. Sobald die Temperaturen die Bläue befeuern, die Rinde sich abzulösen beginnt, legt gerade das Beste im Bestand einen brachialen Kurs-Sturz auf Ramsch-Niveau hin. Bäume dieser Stärkeklassenvergütung und dieser Einzelmasse verlieren ca. 75% an Wert! Bei einer Gruppe von 5 Bäumen mit je ca. 4 Festmetern Stück-Masse stehen entweder frisch und gesund 2000.-EUR Wertholz Durchschnittserlös im Raum oder eben nur 500.-EUR Brennholzwert. Der Aufwand von Fällung und Transport bleibt gleich, so dass die Resterlöse nach Abzug der Arbeitskosten noch stärker zu Lasten der Brennholzverwertung ausfallen.

Und: Einen Abnehmer für diese Mengen in der aktuellen Situation des Überangebots muss man auch noch finden. Denn Häckseln und Spalten ist bei solchen Kaventsmännern kaum möglich.

Daher schon fast eine persönliche Bitte von uns Forstleuten an alle Waldbauern: Auch wenn man vielleicht keine Anschaffungen, Sondertilgungen oder ähnliches angedacht hat; Nutzt Eure Käfer-Kontrollgänge für einen gedanklichen "Kassensturz" an der frischen Luft. Taube auf dem Dach, Spatz in der Hand? Die Tauben sind vielerorts schon längst in vielen Händen: Gesundes Nadel-Starkholz ist reif!

Wussten Sie, dass über 60cm Stockdurchmesser auch beste Qualitäten schon wieder den Sägen einiger Abnehmer entwachsen? Der Preis fällt dann selbst bei weiterem Zuwachs! Stockfäule macht sich oftmals von innen breit, der wertvollste Teil des Baumes kann verloren gehen. Borkenkäferbefall? Der schlimmste aller Fälle: Tafelsilber mit Schrottwert. Der Stolz von gestern wird plötzlich zum Draufzahlgeschäft.

Unstrittig: Die freie Entscheidung, gesundes Starkholz für die Versteigerung im Herbst aufzulegen bzw. auflegen zu lassen bleibt bis zum Schluss allein bei Ihnen. Aber es gibt gute Gründe, die Werterwartungen, an denen Generationen mitgewirkt haben, einzulösen!
Hektik ist unangebracht: Aber bitte nutzen Sie Ihre Beratungsmöglichkeiten vor Ort rechtzeitig, d.h. solange die Entscheidung auch in Ihren Händen liegt. Die Preise für Nadelwertholz bleiben zuverlässig auf gutem Niveau, aber das Zeitfenster für die Teilnahme an der Nadelholzversteigerung ist aus organisatorischen Gründen eng auf September-Oktober begrenzt.

Mit den besten Wünschen für einen gesunden Wald,

Daniel Schenk, Forstrevier Neunkirchen a.Br.

*************************************************************

Untersuchungen der TU München 2007 haben für optimal durchgepflegte (d.h. sicherlich mehrmals freigestellte!) Fichten-Z-Baumbeständen Zielsetzungen der Erntedurchmesser nach Ertrag, Reifezeitraum und Risiko überprüft. Ein optimaler, mittlerer Zieldurchmesser liegt demnach zw. 40-45 cm auf Brusthöhe. Höhere Durchmesser gehen auf Risiko des Bestandes-Ausfalls und auf Kosten des Nachfolgebestands. Selbst die streng gewinnorientierte Wirtschaft rät zur rechtzeitigen Nutzung.
https://mediatum.ub.tum.de/doc/685040/685040.pdf
*************************************************************

Adresse:

Geschäftsstelle
(2. Stock Verwaltungsgebäude Obstgroßmarkt)
Trattstr. 7
91362 Pretzfeld

Kontakt:

Tel.: 0 91 94 / 3 34 63 - 70
Fax: 0 91 94 / 3 34 63 - 99
buero@wbvfs.de

Öffnungszeiten:

Do von 9 - 12 Uhr
Die Geschäftsstelle ist geöffnet. Es besteht Maskenpflicht.

Standort:

» bei GoogleMaps

Newsletter

Durch die Angabe meiner E-Mail-Adresse und anklicken des Buttons "Zum Newsletter anmelden" erkläre ich damit mich einverstanden, dass die WBV Fränkische Schweiz mir regelmäßig Informationen per E.Mail zuschickt. Meine Einwilligung kann ich jederzeit gegenüber der WBV Fränkische Schweiz widerrufen.

Ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen.
© 2019 WBV Fränkische Schweiz